Foo Fighters
Schon Anfang der 90er zeigte sich Dave Grohls Talent als Songwriter, Sänger und Gitarrist, als er in den Laundry Room Studios -deren Mitbesitzer er war- seine eigenen Demos aufnahm. Diese wurden erst viel später in der Post-Nirvana-Ära aus den Schränken gekramt und unter dem Titel "Pocketwatch"-Demos Mitte der 90er veröffentlicht. Neben Songs, wie "Winnebago", "Bruce" und "Milk" nahm Grohl auch den Songs "Marigold" auf, der Anfang 1993 zu den "In Utero"-Sessions erneut aufgenommen wurde, mit Dave als Sänger und Schlagzeuger. Der Hörer konnte schon damals anhand der spielerischen Art und Atmosphäre dieser Songs unbewußt erkennen, wie sich später einmal die Foo Fighters anhören sollten.

Wir schreiben das Jahr 1994: Kurt Cobain schied durch Selbstmord aus dem Leben, Nirvana, der Stern am damaligen Rock-Himmel existierte nicht mehr. Alles was blieb, war die Musik. Dave Grohl, nun Ex-Schlagzeuger und Chris Novoselic, nun Ex-Bassist von Nirvana, blieben zwar eng befreundet, gingen aber von diesem Zeitpunkt an getrennte Wege. Während sich Chris eine kleine musikalische Auszeit nahm, widmete sich Dave schon ein halbes Jahr nach Kurts Tod neuen Dingen. Seine Lust, Musik zu machen, versiegte zu aller Freude nicht. Im Oktober 1994 nahm Dave Grohl in Robert Lang's Studio in Seattle das Debütalbum der Foo Fighters auf. In sechs Tagen spielte er alle Instrumente im Alleingang ein und steuerte zusätzlich den Gesang hinzu. Die Platte wurde entgegen allen Erwartungen zu einem großen Erfolg, Songs wie "This is a Call", "Big Me" oder "I'll stick around", zu dem auch später ein Video aufgenommen wurde, besaßen einen sehr hohen Bekanntheitsgrad.

Da Dave live jedoch unmöglich alle Songs allein spielen konnte, trommelte er sich eine Truppe zusammen, bestehend aus Ex-Nirvana-Kollege Pat Smear als zweiten Gitarristen, Nate Mendel am Bass, William Goldsmith am Schlagzeug und natürlich Dave als Gitarrist und Sänger.  Die Foo Fighters waren geboren, jedoch hing der Schatten von Nirvana noch immer über dem neuen Bandprojekt.

Des großen Erfolges wegen entschloss man sich, ein zweites Album aufzunehmen. Wegen bandinternen Problemen jedoch verließ der Drummer William Goldsmith während den Aufnahmen der zweiten Foo Fighters-Platte "The Colour and the Shape" urplötzlich die Band. Dave musste wiedermal das Schlagzeug selbst einspielen. Als Ersatz wurde später Taylor Hawkins, der vorher Alanis Morisette auf Tour begleitete, als neuer Drummer eingesetzt. Als die Aufnahmen beendet waren und die Platte 1997 erschien, wollte die Band auch live ihr Bestes geben, jedoch schied auch Pat Smear wegen persönlichen Problemen aus. Insgesamt gesehen war "The Colour and the Shape" ein überwältigender Erfolg. Dave Grohls Musik verließ den Schatten Nirvanas, die zweite Platte war ein Befreiungsschlag. Die Foo Fighters zählten nun nicht mehr zu Grunge, sondern waren purer Rock!

Auch wurden mehrere Videos für MTV gedreht, unter anderen zu den Songs "My Hero" und "Monkey Wrench", bei denen Dave selbst Regie führte. Trotz des riesigen Erfolges und der großen Fangemeinde wurde es daraufhin etwas still um die Band, Arbeiten an einem weiteren Album kündigten sich an. Das neue Album verzögerte sich jedoch ständig, da die Band ihrer bisherigen Plattenfirma Capitol den Rücken zukehrte und sich nach neuen Labels umsah. Man unterschrieb schließlich bei RCA.

1999 richtete sich die Band in Dave Grohls Haus in Virginia ein eigenes Tonstudio ein, in dem sie den Nachfolger der überwältigenden zweiten Platte einspielten: "There is nothing left to lose", welcher im Herbst erschien. Songs wie "Learn to fly", "Generator" und "Next Year" - zu denen auch Videos gedreht wurden - zählten zu den Hits dieses Albums. Als Zweit-Gitarristen holte man sich Ex-No Use For A Name-Gitarrist Chris Shiflett. Das Line-Up der heutigen Foo Fighters stand entgültig fest. Auch die dritte Platte der Foo Fighters wurde zu einem riesigen Erfolg, obwohl sie etwas ruhiger ausfiel, als ihre Vorgänger. Die Foo Fighters erhielten für ihr neuestes Werk im folgenden Jahr 2000 den Grammy Award. Von nun an zählten sie zu den Rock-Größen.

Probleme und Tiefschläge, wie Taylor Hawkins' Überdosis im Jahr 2001 schweißten die Band nur noch enger zusammen. Ende 2001 entschied man sich für eine kleine Auszeit, in der sich die einzelnen Bandmitgleider ihren Seitenprojekten widmeten. Als das bekannteste und erfolgreichste dieser Projekte erwies sich das dritte Album der Queens Of The Stone Age, "Songs For The Deaf", zu dem Dave Grohl -auf Einladung von QOTSA-Frontmann Josh Homme- die Drums lieferte und uns zeigte, dass er das Schlagzeug spielen noch nicht verlernt hat. Nach diesem Projekt setzte sich Dave wieder mit seinen Foo Fighters-Kollegen zusammen, um das vierte Album der Foos aufzunehmen. 2002 erschien das bisher härteste und roheste Album der Foo Fighters: "One by One", welches ein ebenso großartiger Erfolg wurde, wie die Vorgänger. Singleauskopplungen waren das rockige "All My Life" und "Times Like These", zu denen auch Videos gedreht wurden. Das neueste Video erschien erst vor kurzem, "Low", einer der härtesten Songs der Platte. Kaum ist das Echo dieser Platte etwas verklungen, wartet die Fangemeinde schon sehnsüchtig auf ein neues Werk der Foo Fighters, welches aber garantiert noch etwas auf sich warten lassen lässt...