Silverchair
1992 trafen sich in Newcastle, Australien, drei Teenager und beschlossen eine Band zu gründen. Ihr bisheriges Hobby, das Surfen, wurde zur Nebensache. Während ihren Proben coverten sie Songs von Rockgrößen wie Pearl Jam, Tool, Helmet, Black Sabbath und etlichen weiteren Hard-Rock-Bands wie Led Zeppelin oder Deep Purple.

Aus ihrem normalen Hobby wurde jedoch schnell Ernst: 1994 absolvierten Daniel Johns (Gesang, Gitarre), Chris Joannou (Bass) und Ben Gillies (Schlagzeug) mehrere Auftritte in und um Newcastle unter dem Namen "Innocent Criminals". Mitte 1994 veranstaltete der in Australien sehr bekannte Radiosender Triple J den Wettbewerb "Pick Me", wo dem Gewinner ein Plattenvertrag winkte. Mit dabei waren auch die "Innocent Criminals" und ihnen gelang mit diesem Wettbewerb der absolute Durchbruch. Der Gewinnersong "Tomorrow" stürmte die Charts und die Band nannte sich nun "Silverchair", eine Anspielung auf Nirvanas "Sliver" und You Am I's "Berlin Chair". Es folgte das "Pure Massacre"-Demo und natürlich der durch den Gewinn des Wettbewerbs ermöglichte Plattenvertrag mit der Sony-Tochter "Murmur".

Von dem großen Erfolg ermutigt, nahm die Band in nur neun Tagen ihr Debütalbum "Frogstomp" auf, welches von Kevin Shirley (Aerosmith, The Black Crowes) produziert wurde und nach der Veröffentlichung 1995 von der Presse mit Lob überschüttet wurde.

"Die erste Boy-Band des Alternative-Rock", so bezeichnete die Teenie-Presse die drei 15-jährigen und stürzte sich auf sie, um so viele Interviews und Fotosessions wie möglich zu machen. "Frogstomp" verkaufte sich weltweit 3 Millionen Mal; Songs, wie "Tomorrow", "Israel's Son" und "Pure Massacre" erreichten Kultstatus. Die Merkmale des Albums waren der rohe Sound der Songs, die von den peitschenden Drums und dem tiefen Bass vorangetrieben wurden. Die nächsten zwei Jahre sollte die Band fast ununterbrochen auf Tour sein, auf der sie immer von ihren Eltern auf Schritt und Tritt begleitet wurden.

Das Silverchair kein One-Hit-Wonder waren, zeigte die Band uns im Jahre 1997, indem sie ihr zweites Album "Freakshow" veröffentlichten, welches von Nick Launay (INXS) produziert wurde. Der Grundton war noch düsterer, wie beim Vorgängeralbum: Deftige Songs, wie "Slave" oder "Freak" verdüsterten die Stimmung, aber Songs, wie "Cemetery" oder "Petrol & Chlorine" zeigten dem Hörer erstmals den Hang der Band zur klassisch-melancholischen Atmosphäre. Das Album erwies sich als würdiger Nachfolger und erreichte in den USA schnell den Goldstatus mit 1,5 Millionen verkauften Exemplaren. 1998 erreichten Daniel, Ben und Chris ein weiteres wichtiges Ziel, sie beendigten die Schule. Nun konnten sie sich vollends auf ihre Musik konzentrieren und genossen ihre neue Unabhängigkeit.

Jedoch waren die Zeiten nicht immer glücklich und erfolgreich. Ende '98, Anfang '99 litt Frontmann Daniel Johns stark an einer schlimmen Magersucht. Durch den schlimmen physischen Stress, führte diese Magersucht Anfang 1999 sogar zu einen körperlichen Schwächeanfall, wodurch alle Bandprojekte kurzfristig stillgelegt wurden. Nach seiner Erholung versuchte Johns, sich von seinen inneren Dämonen zu befreien...mit Musik.

1999 erschien das dritte Album der Band, "Neon Ballroom". Dieses Album erwies sich als etwas sehr besonderes. Eine düstere Atmosphäre wurde hervorgerufen, einerseits mit harten Gitarrenklängen, andererseits mit weichen Streichern eines Orchesters. Viele der melancholischen Songs werden oft von dem sehr bekannten Pianisten David Helfgott begleitet. Mit Songs, wie dem epischen "Emotion Sickness" und dem traurig-schönen "Ana's Song" gelang Johns der Befreiungsschlag, er verarbeitete seine Probleme in seiner Musik, was "Neon Ballroom" zu einem einzigartigen Album machte.  Es folgte eine kurze aber auch sehr erfolgreiche Tour quer durch Europa, die Ende des Jahres mit dem Statement endete, die Band wolle sich ein Jahr Pause nehmen. 2000 wurde es sehr ruhig um Silverchair, man hört kaum etwas von ihnen, abgesehen von einem etwas entäuschendem Best-Of Album mit ein paar unveröffentlichten Songs.

2001 war es jedoch wieder soweit, Silverchair feierten ein großartiges Comeback bei dem bisher größten Auftritt ihrer Karriere, dem "Rock in Rio"-Festival am 21. Januar 2001 vor rund einer Viertel Millionen Menschen. Mit diesem phänomenalen Konzert erhob sich Silverchair wie Phönix aus der Asche. Den Rest des Jahres verbrachtete die Band damit, ein neues Album aufzunehmen.

"Viele unserer Fans werden unser neues Album nicht mögen!" verkündete Daniel Johns 2002 nach den Aufnahmen zu "Diorama", dem vierten Album Silverchairs. Diese Aussage erwies sich als nur allzu wahr. Selten hat sich eine Fangemeinde an einem Album so geschieden, wie bei "Diorama". Das ganze Album wirkte wie eine Weiterentwicklung der klassischen Komponenten von "Neon Ballroom", jedoch nur im positiven Sinne. Das Ergebnis waren teilweise etwas überladene Songs mit Streichern und Trompeten, aber auch sehr eingängige Songs, wie "Greatest View" und "Luv Your Life". Auch wenn das Album stellenweise sehr kitschig herüberkam, zeigte es jedoch, das die Band sich im postitven Sinne sehr stark weiterentwickelt hat. Trotz mancher Kritik wurde "Diorama" zu einem riesigen Erfolg.

Jedoch stand die Band wieder vor einem Problem. Nach der Fertigstellung und Veröffentlichung des Albums wollte die Band eigentlich live ihr bestes geben, die anstehende Tour wurde aber wegen der stark angeschlagenen Gesundheit Daniel Johns' verhindert. Eine "Reaktive Arthritis" machte es Daniel leider unmöglich, Gitarre zu spielen, geschweige denn live aufzutreten. Es wurde eine neue Auszeit genommen, damit Daniel sich vollständig erholen konnte.

Ein Jahr später, 2003, war es dann endlich so weit. Daniels Gesundheit war wieder komplett hergestellt und die Band konnte endlich touren und die komplexen Songs von "Diorama" live der Öffentlichkeit präsentieren. Auch die Ankündigung der Arbeiten an einem Doppelalbum wurde in der riesigen Fangemeinde sehr erfreulich aufgenommen...

Silverchair holten nun das nach, was ihnen durch die Probleme der vorherigen Jahre versagt blieb.