Nevermind (Geffen - 1991)
Kann man etwas über Nevermind sagen oder schreiben, was nicht schon gesagt wurde? Ehrlich gesagt nicht viel. Wir haben alle noch die vor Wut schnaubenden Ohrwürmer "Smells Like Teen Spirit", "In Bloom", "Come As You Are", "Polly" und "Lithium" in allerbester Erinnerung. WEnn ich an dieser Stelle von uns allen spreche, dann meine ich damit etwa 10 Millionen Personen, die Nevermind gekauft haben. Die Verkäufe sagen allerdings nichts über die reelle Zahl der Leute aus, die einen dieser Titel im Radio oder als Video im Fernsehen gesehen haben. Wie kann man eigentlich den riesigen Erfolg des Albums erklären? In erster Linie muss man wohl sagen, dass Kurt Cobain sich hinsichtlich der total genialen Melodien und dem magischen Kontrast zwischen elektronischen und omnipräsentem Zorn übertroffen hat (außer bei den delikaten "Something In The Way", welches das Album abschließt). Das Hervorheben der Melodien, die Einfachheit der Strukturen haben einige glauben lassen, dass das Trio auf der Suche nach einem kommerziellen Erfolg war. Der offensichtliche Zorn und die fast beleidigenden Texte unterstreichen diese bittere These mehr oder weniger. Die außergewöhnliche Qualität von Nevermind kann man allerdings auch auf die perfekte Arbeit von Butch Vig (Coproduktion mit der Gruppe) und Andy Wallace (der das Album zusammengemixt hat) geleistet wurde, zurückzufürhren: Stärke und Klarheit sind hier mit Perfektion verbunden. Nevermind ist und bleibt ein Klassiker, bei dem so man sich so manches Mal die Frage stellt, ob es sich hier um einen Punk- oder einen Popklassiker handelt. Wahrscheinlich ist es gerade die Harmonie zwischen diesen beiden gegensätzlichen Richtungen - Underground und Pop - der aktuellen Musik, der Nevermind diesen unwiderstehlichen Charme verleiht.