Kurt & Courtney
Ganz am Anfang haben wir überhaupt nichts füreinander empfunden. Das lief so nach dem Motto: Kommst du mit mir? Kriegst du ihn hoch? Arschloch!
Courtney über den Beginn ihrer Beziehung zu Kurt

Wir haben über Medikamente einen Bezug zueinander gekriegt. Ich hatte Vicodin extra stark, das waren Pillen, und er hatte Hycomine Hustensaft.
Courtney, 1994

Ich hatte nie Probleme damit, wenn jemand verrufen war, aber jetzt komme ich mir vor, als hätte ich Bobby Sherman geheiratet.
Courtney

Es ist so wie mit Evian und Batteriesäure: Wenn man es mischt, entsteht Liebe
Kurt zur Chemie zwischen Courtney und ihm
Ich bin glücklicher als je zuvor. Ich habe endlich jemanden gefunden, zu dem ich genau passe. Es ist ganz egal, ob es ein Mann oder eine Frau ist, ein Zwitter oder ein Esel. Wir passen einfach zusammen.
Kurt, 1992

Dass ich mich selbst nach Kurts Maßstab beurteile, ist auch ein Ergebnis davon, dass auch den männlichen Rockethos übernommen habe. Kim Gordon hat mir vorausgesagt - genau wie alle anderen Frauen, die ich respektiere -, dass diese Ehe katastrophale Auswirkungen für mich haben würde. Sie haben mir alle gesagt, ich wäre wichtiger als Kurt, weil ich diese Sache mit den Texten laufen habe und gesellschaftlich relevanter bin.
Courtney

Diese ganze Idee vom Rockstar-Frauchen... Ich habe von Anfang an gesagt, leckt mich alle am Arsch. Als ich mit meinem Mann erst kurz zusammen war, verkaufte sich Pretty on the Inside doppelt so gut wie Nirvanas Debüt-Album Bleach. Jeder, der wirklich Ahnung hat, weiß das.
Courtney

Mein Gott, jetzt schmiert ihm nicht alle gleichzeitig Honig ums Maul. Im einen Moment ist er die große Leitfigur, die Stimme einer Generation, und im nächsten Moment fütterte ich ihn mit Cornflakes und ruinierte sein Leben. Kurt war hinter mir her. Ich erzähle euch jetzt mal, wie wir zusammengekommen sind. Augeblick mal...
Courtney, 1994

Wenn mein Mann im Studio saß, ging es sich auf Live Through This zu konzentrieren, denn da musste ich mir keine Sorgen um ihn machen. Aber sonst war dieser Sorgenaspekt schon immer da... Kurts Gesang ist praktisch auf jeder Aufnahme mit drauf, man hört ihn bloß kaum. Er kam eigentlich nur, um mir ein paar Gesangssätze zu zeigen, und dann ging es plötzlich darum, auch noch ein paar von meinen Sachen drinzulassen...
Ich habe einen Drucker und meinen Computer, und so kann ich all die Texte nehmen, die Kurt je geschrieben hat, so wie sie waren und sie irgendwo aufbewahren. Und ich kann auch all die Texte nehmen, die ich je geschrieben habe und sie irgendwo aufbewahren und sie sortieren, zum Beispiel nach Essen, nach depressiven Selbstmord-Metaphern, nach Tod-Metaphern oder sonst wie.
Courtney, 1995

Zeit und Ehe haben Kurt sexuell angetörnt. Er fand Stabilität erregend. Und er hat mich wirklich von meinem früheren Fremdgeh-Problem kuriert. Denn diese Fremdgeherei hatte immer etwas mit Macht zu tun, weißt du: "Du kannst mich mal." Aber Kurt hat diese Machtspielchen nie gespielt
Courtney, 1995

Ich bin nicht mehr so neurotisch und labil wie früher. Früher hatte ich das Gefühl, ich wäre immer allein, obwohl ich einen Haufen Freunde und eine Band, mit der ich wirklich gerne zusammenspielte. Jetzt habe ich einen Menschen gefunden, der mir wirklich nahe ist und sich für das interessiert, was ich mache und mehr wünsche ich mir eigentlich gar nicht.'
Kurt, 1992

Ich hatte schon von ihr gehört - ein paar fiese Gerüchte, von wegen sie wäre nur ein Abklatsch von Nancy Spungen. Das hat mich interessiert. Ich fand Sid super, genau wie alle anderen auch, denn er war so ein sympathischer Spinner. Ich hatte oft das Gefühl, dass mich die Leute für dumm und leicht beeindruckbar halten, und so dachte ich mir, wenn ich mit einer zusammen bin, die angeblich genau wie Nancy ist, dann wird das die anderen ziemlich anstinken, denn es wäre genau das Gegenteil von dem, was sie von mir erwarten.
Durch Courtney habe ich auf jeden Fall etwas mehr Distanz zu Nirvana bekommen; durch sie habe ich gemerkt, dass mein Leben nicht nur aus dieser Band besteht und dass ich auch ohne Nirvana auskommen könnte, wenn es sein müsste. Was nicht heißt, dass ich vorhabe, die Band aufzugeben, sondern bloß, dass selbst das kleine bisschen Erfolg, das ich gerne hätte, jetzt nicht mehr so wichtig ist.
Kurt, 1992

Ich bin einfach der klassische Fall eines wissbegierigen Menschen. Ich brauche gute Lehrer, und in Kurt hatte ich den besten.
Courtney

Alle scheinen zu denken, dass wir uns unmöglich lieben können, denn wir werden als Comic-Figuren angesehen, als öffentliches Eigentum. Und deswegen meinen die Leute, unsere Gefühle füreinander wären oberflächlich.
Kurt, 1992

Diese völlig bekloppte Einstellung Frauen gegenüber kommt mir und meinem Plänen immer wieder in die Quere. All dieser Mist über Kurt und mich: "Die ist doch bloß auf sein Geld aus, auf die große Kohle - Zicke, Hure, Flittchen." Um eins mal endgültig klarzustellen: Ich liebe ihn total. Ich bete ihn an. Ich habe diese ganze Scheiße, die Schmerzen und die Unannehmlichkeiten der Schwangerschaft nun Monate lang auf mich genommen, weil ich ein paar von seinen wunderbaren Genen da drin haben wollte, in diesem Kind. Ich wollte Kinder von ihm. Ich habe etwas gesehen, das ich haben wollte, und habe es bekommen. Warum soll das nicht okay sein? Was ist verdammt noch mal so schlimm daran, wenn man bekommt, was man will?
Courtney, 1994

Kurt und ich konnten solange nicht zusammenarbeiten, bis ich eindeutig bewiesen hatte, was ich drauf habe. Ab dann konnten wir tun und lassen, was wir wollten. Ich will nicht als Yoko gesehen werden. Sie war eine Avantgarde-Künstlerin, und damals hatte sie eh keine Chance, aber sie hätte die Machtposition ihres Mannes nicht für ihre eigenen Zwecke ausnützen sollen. Ich habe immer versucht, das zu vermeiden. Ich finde, es ist typisch Babyboomer, uns als Sid und Nancy oder John und Yoko darzustellen. Wie waren als Paar auf jeden Fall etwas ganz Eigenes.
Courtney, 1995