On Tour
In letzter Zeit habe ich mich ziemlich aus der Band zurückgezogen, einfach um das alles durchzustehen. Ich lasse nach den Konzerten nicht mehr die Sau raus, sondern gehe direkt in mein Hotelzimmer, lege mich schlafen und versuche morgens vernünftig zu essen. So ist mir das lieber. Unsere Freundschaft wird dadurch nicht gefährdet, aber diese Tour hat unsere Lebensdauer eindeutig um ein paar Jahre verkürzt und ich hab vor, ein paar Sachen zu ändern.
Kurt, 1992

Warum kreischen sie so rum? Was sehen sie in uns? Das sind doch genau die gleichen Kids wie die, die uns in der Highschool fertigmachen wollten. Es ist einfach langweilig draußen zu spielen. Ich habe mich nur deshalb daran gewöhnt, in größeren Läden zu spielen, weil der Sound da zumindest noch erträglich ist. Aber draußen bläst der Wind die Musik weg, so dass man das Gefühl hat, man macht nicht mehr selbst Musik, sondern bewegt nur noch die Lippen zu Musik aus einem Ghettoblaster. Außerdem sind das voll die Mainstream-Festivals - wir spielen neben Extreme und Pearl Jam. Neunzig Prozent der Kids da draußen stehen wahrscheinlich genauso auf Extreme wie auf uns.
Kurt, 1992

Ich glaube nicht, dass das wirklich funktioniert - so zu tun, als wären wir eine professionelle Rockband. Wenn unser Konzert beschissen läuft, dann läuft unser Konzert halt beschissen.
Kurt, 1992

An das Gitarrensolo von Teen Spirit erinnere ich mich nicht mal mehr. Es würde fünf Minuten dauern, mich hinzuhocken und es zu lernen. Aber so was interessiert mich nicht. Vielleicht bin ich so faul, dass es mir inzwischen einfach egal ist, ich weiß auch nicht. Ich spiele Teen Spirit immer noch gern, aber gleichzeitig ist es mir fast peinlich.
Kurt, 1994

Wir bilden uns bestimmt nichts drauf ein, dass es ein paar Guns'n'Roses Kids gibt, die auf unsere Musik abfahren. Wir fühlen uns nicht wohl mit unserem Erfolg und den immer größeren Gigs.
Kurt, 1991

Es fühlt sich gut an, wir sollten das mindestens zweimal die Woche machen. Es scheint bei unseren Gigs üblich zu werden. Je mehr die Leute da unten brüllen, desto mehr ist einem danach, alles kurz und klein zu hauen. Es ist nicht geplant - wir machen unser Equipment nicht absichtlich kaputt, es geht uns nicht darum, Eindruck zu schinden.
Krist Novoselic zu Nirvanas berüchtigtem Ritual, am Ende einer Konzerts ihr gesamtes Equipment zu zerstören

Die Konzerte letztes Jahr waren deutlich besser. Ich glaube, wir haben nicht lange genug Pause gemacht. Es macht mir nicht soviel Spaß, wie es sollte. Unser Manager und all die Leute, mit denen wir zusammenarbeiten, meinen, wir hätten zu lange Pause gemacht. Alle wollen, dass wir nur arbeiten, arbeiten ohne Unterbrechung. Wir hatten nur vier Monate, um uns zu entspannen und die habe ich wirklich gebraucht. Mir ist in diesen letzten vier Monaten einiges über mich selbst klar geworden. Ich habe gelernt zu akzeptieren, dass ich ein Rockstar bin und dass die Band so groß rausgekommen ist. Zumindest kann ich damit umgehen, es stinkt mir nicht mehr so wir am Anfang. Es ist immer noch ... ich weiß es auch nicht. Ich bin so schwer zufriedenzustellen, für mich muss einfach alles perfekt sein.
Kurt, 1992

Ich mache das lange nicht so oft wie alle meinem. Ich warte einfach den passenden Augenblick ab - zum Beispiel wenn ich mies drauf bin oder wenn ich vor Courtney eine Show abziehen will.
Kurt über das demolieren ihres Equipments, 1992
Über mehrere Jahre hinweg hatten wir in Seattle eine Art 'Summer of Love', das war echt super. Da konnte ich mit der Gitarre direkt auf die Leute draufspringen und die hielten mich hoch und reichten mich weiter bis ans Ende des Raums und wieder zurück, ohne dass mir ein Härchen gekrümmt wurde... Das war wie ein Fest, bei dem keiner hätte sagen können, was gefeiert wurde. Aber sobald wir Teil des Mainstreams wurden, war das vorbei. Bloß ist mir das inzwischen schon nicht mal mehr peinlich - da bin ich drüber hinaus.
Kurt, 1994

Ich will das jetzt nicht als Entschuldigung benutzen, es war schon so oft die Rede davon, aber mein Magenleiden war einer der Hauptgründe, warum wir nicht auf Tour gegangen sind. Ich habe mich wirklich ewig lang damit herumgeschlagen. Aber wenn man fünf Jahre lang chronische Schmerzen hat, dann ist man am Ende des fünften Jahres echt fertig mit den Nerven. Ich habe nichts mehr auf die Reihe gekriegt. Ich war so schizophren wie eine kleine Katze, die man durch die Mangel gedreht hat.
Kurt, 1994