Punkethos
Politische und soziale Unzufriedenheit war ein ganz wichtiger Faktor bei der Entstehung der Nevermind LP. Als wir uns an die Aufnahme dieser Platte machten, hatte ich ein ausgeprägtes "Wir gegen die"-Gefühl. All diese Leute mit ihrem patriotischen Gehabe, die sich gnadenlos manipulieren ließen - ich hatte echt einen Hass auf die. Und dann plötzlich kaufen sie alle unsere Platten und ich denk nur: "Ihr habt's einfach nicht gerafft."
Krist Novoselic, 1992
 
Viele schauen uns an und fragen sich, worüber wir bloß jammern. Geld, Ruhm, Groupies, die Welt zu meinen Füßen - damit hätte ich nicht die geringsten Probleme. Nur eins entgeht ihnen dabei und sie werden es wahrscheinlich nie begreifen, es sei denn, ihnen stößt dasselbe zu: es ist die Art und Weise, wie der Erfolg wirklich über Nacht alles verändert hat.
Dave Grohl, im Juni 1993

Vandalismus: Geil wie ein Stein in der Fresse eines Bullen.
Aufkleber auf einer von Kurts Gitarren

Weißt du, was ich am Rock hasse? Cartoons und Bläsersätze. Ich hasse Phil Collins, diesen ganzen weißen männlichen Soul. Ich hasse gebatikte Nirvana-T-Shirts. Die finde ich echt ätzend. Ich würde nie ein Batik-T-Shirt anziehen außer es wäre mit Phil Collins' Urin und Jerry Garcias Blut gefärbt.
Kurt, 1992

Ich verstehe nicht, wie die Leute auf die Idee kommen, ich wäre dumm, denn in meiner Musik steckt doch ein gewisses Maß an Intelligenz. Man braucht schon eine kreative Ader für die Art von Musik, die ich spiele - das ist nicht nur Krach. Da steckt System dahinter und ich habe hart genug daran gearbeitet. Bei mir ist es so: Wenn ich den Eindruck habe, dass jemand ein bestimmtes Bild von mir hat - zum Beispiel, dass ich dumm bin - dann mache ich auch einen auf dumm. Ich habe nie das Gefühl gehabt, ich müsste mich in einem bestimmten Licht darstellen. Wenn jemand ein falsches Bild von mir hat, okay, soll er es behalten - ich drück's ihm gerne noch weiter rein.
Kurt, 1992

Ich suche etwas, das viel heavier war, aber gleichzeitig melodisch. Anders als Heavy Metal - eine andere Einstellung.
Kurt, 1992

Frage: Sie scheinen sich darüber zu beschweren, dass unsere Generation nicht genügend Anteil nimmt, stimmt das?
Antwort: Machen Sie draus, was Sie wollen... Es ist ihr Kreuzworträtsel.
Kurt, 1992

Ich mache inzwischen das gleiche, was andere Rockstars auch machen oder machen müssen. Das heißt, ich kann keine Fanpost mehr beantworten, kann musikalisch nicht auf dem bleiben und bin überhaupt ziemlich von allem abgeschnitten. Die Außenwelt ist mir richtig fremd geworden.
Kurt, 1994

Es geht nicht darum, die Musikindustrie zu zerstören, es geht darum, ein Teil davon sein zu können. Eine Revolution im Sinne von "Gleiche Rechte für alle" - das ist es was sie zur Punkband macht.
Jonathan Poneman, einer der Besitzer von Sub Pop über Nirvana

Ich wünschte, ich wäre nie in ihr Blickfeld geraten. Hat das denn punkrockmäßig überhaupt keinen Stellenwert, dass ich ihr Angebot abgelehnt habe und sie daraufhin einen ihrer Schleimscheisser rübergeschickt hat um mich abzuservieren? Der Artikel in Vanity Fair wäre nie entstanden, wenn ich ihr Angebot nicht abgelehnt hätte.
Courtney über Madonna und den rufschädigenden Artikel in Vanity Fair

Mit Madonna ist diese absolut irre, komische Geschichte gelaufen. Ich glaube, sie wollte nicht nur uns kaufen, sondern all diese Underground-Bands, von denen sie eigentlich keine Ahnung hat., so wie Pavement oder Cell. Ich hatte eigentlich nur ein längeres Gespräch mit ihr und da redete sie dauernd darüber, wie revolutionär sie doch wäre. Ich hatte vielleicht zwei Platten verkauft, im Vergleich zu ihr, das heißt, ich habe keine Konkurrenzgedanken oder so was gehabt, aber ich merkte, dass ich es absolut ätzend fände, wenn sie diejenige wäre, die unsere Platten herausbringt. Wenn man mit Jesus oder Gott vögelt, oder was immer sie auch für ein bild von sich hat, dann zahlt man dafür halt auch seinen Preis.
Courtney über Madonna und ihr Label "Maverick"

Vor ein paar Jahren haben wir in Detroit in so 'nem Club gespielt, vor ungefähr zehn Leuten. Nebenan war eine Bar und da kam Axl Rose mit zehn oder fünfzehn Leibwächtern hereinspaziert. Es war ein Mordshappening, all die Leute die da um ihn herumscharwenzelten. Wenn er einfach allein gekommen wäre, wäre es kein großer Act gewesen. Aber er wollte das so. Man erregt schließlich Aufsehen, damit man gesehen wird.
Kurt, 1994

Es ging alles so schnell, so plötzlich. Ich wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte. Wenn es einen Grundkurs Rockstar gäbe, hätte ich den gerne belegt. Vielleicht wäre das eine Hilfe gewesen.
Kurt, 1994

Es ist unmöglich, in der Geschäftswelt subversiv zu sein, sie machen einen gnadenlos runter. Man kommt nicht durch damit. Wir haben es probiert und es hat uns fast ruiniert.
Kurt, 1992

Ich wusste, dass wir gut ankommen würden, aber dass wir so gut ankommen würden, war mir nicht klar. Ich bin's echt dermaßen leid, das zu sagen. Ich bin's leid zu sagen: "Oh, wir dachten, wir würden vielleicht so erfolgreich werden wie Sonic Youth" und all diesen Scheiß. Das ödet mich inzwischen nur noch an.
Kurt, 1993

Ich betrachte mich als erfolgreich, weil ich in meiner Musik bisher keine Kompromisse eingegangen bin, aber das bezieht sich eben nur auf den künstlerischen Bereich. All die Begleiterscheinungen des Erfolgs machen mich wahnsinnig. Was ich absolut ätzend daran finde, erfolgreich zu sein, das ist, wenn die Leute kommen und sagen: "Ach, sieh das doch alles etwas gelassener und genieß es einfach." Ich weiß nicht, wie oft ich das noch wiederholen muss: Ich habe das alles nie gewollt.
Kurt, 1993

Das Geld genieße ich schon. Es gibt mir zumindest eine gewisse Sicherheit. Ich weiß, dass mein Kind immer genug zu essen haben wird und das ist ein gutes Gefühl.
Kurt, 1993

Es heißt, Kurt hätte den Punkrock kaputtgemacht... Und ich und L7 und Helmet, wir haben ihn auch kaputt gemacht, denn wir haben Verträge bei großen Labels unterschrieben. Aber bloß weil ich jetzt bei einem großen Label bin, werde ich ja noch keine Madonna oder Wendy James.
Courtney, 1993

Vor Jahren hatte ich in einer gewissen Stadt so einen schlechten Ruf, dass die Leute jedesmal, wenn ich auf eine Party ging, damit rechneten, dass ich das Haus in Brand setzen und die Fenster einschlagen würde. Also habe ich mich in Gesellschaft immer bemüht, mich gut zu benehmen und still und zurückhaltend zu sein. Aber manchmal setzen einen die Leute dermaßen unter Druck und wollen, dass man es einfach macht, weil man weiß, dass es geht. Ich verwende zur Zeit unheimlich viel Energie darauf, andere Leute davon zu überzeugen, dass ich intelligent, wohlerzogen und bürgerlich bin. Es ist wirklich bescheuert. Ich frage mich nur, warum sich keiner um die echten Arschlöcher auf dieser Welt kümmert, um Leute wie Axl Rose oder Steve Albini. Die gehörten einfach ausradiert. Echt, die sollte man ins All schießen, für die sollte es keinen Platz auf dieser Erde geben. Die sind wirklich zu gar nichts gut.
Courtney, 1994

Ich habe Axl Rose so auf die Palme gebracht, dass er versucht hat, mir eine reinzuhauen. Also, mir hat das gereicht. Es war keine große Sache, aber ich habe mein Teil dazu beigetragen. Als Kurt und ich nach den MTV Awards heimfuhren, sagte er: "Jetzt haben wir Axl, Madonna und Michael Jackson gegen uns. Wir sollten untertauchen, die sind schlimmer als das FBI!"
Courtney, 1993

Ich fühle mich jetzt auf so eine seltsame Art befreit. Habe ich das Geld gebraucht, um frei zu werden oder hat es was damit zu tun, dass ich älter geworden bin? Jedenfalls werden ich mir nie mehr für irgendeinen Boss den Arsch aufreißen, das steht fest. Selbst wenn ich pleite bin, kriegt mich der Mainstream nicht wieder. Ich schließ mich einer Kommune an und bau mir eine Hütte im Wald.
Krist Novoselic, 1992

Vor einer Weile habe ich einen Scheck über einen Teil der Tantiemen für Nevermind bekommen, einen ganz ordentlichen Betrag. Aber es ist echt seltsam: Als wir parallel zu Nevermind einen Haufen Platten verkauften, dachte ich irgendwann: "Mann, ich werde zehn Millionen, vielleicht sogar fünfzehn Millionen Dollar verdienen", aber so war es nicht. Wir leben nicht auf großem Fuß. Ich esse immer noch Makkaroni mit Käse - weil's mir schmeckt und weil ich es gewohnt bin. Wir sind nicht extravagant. Ich kann es keinem verübeln, wenn er denkt, jemand der zehn Millionen Platten verkauft ist ein Millionär und hat für den Rest seines Lebens ausgesorgt. Aber es stimmt einfach nicht. Ich habe letztes Jahr eine Million Dollar ausgegeben, und ich habe keine Ahnung, wie ich das gemacht habe. Echt, ich habe für 400.000 Dollar ein Haus gekauft und Steuern bezahlt, das waren ungefähr 300.000 Dollar oder so. Und sonst? Ich habe meiner Mutter ein bisschen Geld geliehen. Und ich habe mir ein Auto gekauft. Aber das war's dann auch schon.
Kurt, 1994

Wir waren die auserwählten Ausgestoßenen, wir wollten nicht beliebt sein und dazugehören. Ich weiß noch, dass die beliebteren Typen - die Saubermänner, die auf Sport standen sich immer schön wuschen und die Zähne putzten und immer taten was ihre Eltern ihnen sagten - dass die oft gekommen sind und gefragt haben, ob ich nicht einem ihrer kleinen Clubs beitreten wollte... ich war lieber mit den Leuten zusammen, die da nicht dabei waren... die Zigaretten rauchten und Rock'n Roll hörten
Kurt, 1992

Wie wollten so weit kommen wie Sonic Youth. Wir dachten, wir würden höchstens ein paar hunderttausend Platten verkaufen und das wäre völlig okay. Und dann plötzlich sind wir in den Top Ten. Ich wünschte, wir hätten eine Zeitmaschine und könnten uns zwei Monate zurückbefördern. Ich würde die Leute doch zum Teufel jagen.
Krist Novoselic, 1992

Die Leute wollen, dass ich von Grund auf schlecht bin, weil ich auf der Bühne und auf der Platte so einen Eindruck vermittele. Echt, die wollen unbedingt einen schlechten Menschen aus mit machen... dabei bin ich das eigentlich gar nicht.
Courtney, 1991

Ich habe mich neulich mit so 'nem aalglatten Typen aus der Musikindustrie zum Lunch getroffen und der fragte mich: "Was wollen Sie machen?" Ich sagte, dass ich nach Chicago wollte, um Nirvana zu sehen und er gab mir 1000 Dollar.
Courtney, 1991

Wir waren nicht drauf vorbereitet so berühmt zu werden, das war nie unser großes Ziel. Uns ist das alles nicht wichtig. Wir wollten einfach nur eine Platte rausbringen und den Leuten, denen die erste gefiel, wird diese auch gefallen. Natürlich wollten wir anständig verdienen, zumindest so, dass wir davon essen und auf Tour gehen können, aber eine Platzierung in den Top Ten hat uns überhaupt nicht interessiert. Wir wussten eh, dass das nicht von Dauer sein würde.
Kurt, 1992

Als Kind war ich immer eher ein weiblicher Typ, bloß war mir das nicht bewusst. Und dann, als meine Hormone in Schwung kamen und mir die ersten Barthaare sprossen, musste ich meine männliche Power irgendwie rauslassen. Also fing ich an Pot zu rauchen und Black Sabbath und Black Flag zu hören. Erst die Pixies haben mich auf die richtige Spur gebracht, weg von diesem ganzen Macho-Punkrock-Trip.
Kurt, 1992