Rivalitäten
Kathleen Hanna was die größte Feindin meines Mannes, die hat wirklich vor nichts haltgemacht, um uns zu provozieren. Verrückt, dass es immer heißt, sie würde in einer Band spielen. Sie spielt eigentlich in gar keiner Band. Bikini Kill machen gar keine richtige Musik und sie schreiben auch keine Songs. Sie ist eine politische Aktivistin, die ein paar Kurse zur Frauenproblematik belegt hat.
Courtney, 1994

Selbst wenn ich völlig unbegabt wäre - nachdem ich Echo und The Bunnymen achtmillionenmal gehört habe und Nirvana zehnmillionenmal, wie könnte ich es da noch schaffen, keinen akzeptablen New-Wave-Song zu schreiben?
Courtney, 1995

Alle meinen, dass Kurt wichtiger ist als ich, weil er mehr Platten verkauft. Ihr seid doch alles Wichser! Leckt mich am Arsch!
Courtney, 1993

Ich würde sagen, ich habe so eine Art amerikanisches, positives Konkurrenzdenken drauf. Es ist nicht Konkurrenz im negativen Sinn, geht nicht unter die Gürtellinie - ich will meinen Gegner respektieren. Als wir mit Mudhoney auf Tour waren, da bin ich jeden Abend zu ihnen in die Garderobe gekommen und habe gesagt: "Und, ihr Ärsche, seit ihr soweit? Heute werd ich's euch zeigen!" So war ich schon immer, das regt mich an. Es gibt mir den nötigen Drive. Keine unüberwindbaren Hindernisse - interessant muss es sein und Spaß machen. So von wegen: "Wenn die oder der das machen kann, dann kann ich das allemal!" Die Platten von den Pixies fand ich alle genial und wie Kim Deal und Charles Thompson Songs schreiben, das hat mich echt angestachelt. Oder wie Kurt Songs schrieb. Ganz am Anfang, als ich Kurt noch für 'nen Typen hielt, da habe ich mal im Büro meines Pressemenschen In Bloom gehört und das hat mich echt aufhorchen lassen. Ich finde, er hat einfach erstklassige Songs geschrieben.
Courtney

Okay, Kurt und ich heiraten also und sind auf einer Ebene. Seine Band war immer ein Stück weiter, aber sie haben auch vor uns angefangen. Und dann plötzlich kommt seine Band groß raus und wir sind nicht mehr auf der gleichen Ebene. Er mischt in der freien Marktwirtschaft mit und ich hab kaum was zu melden. Er ist wirklich erstaunlich.
Courtney, 1992

Als ich Kurt heiratete, hatten viele Frauen die Einstellung: "Ich finde schon den Mann, den ich heiraten will" - statt dass sie sich sagten: "Ich werde selbst der Mann, den ich heiraten will, ich werde selbst der große Rockstar." Gesellschaftlich betrachtet ist das echt ein Jammer. Für mich ist das eine der wenigen Sachen, zu denen ich eine völlig klare Haltung habe: Ich habe in meinem gesamten Leben nie die Vorstellung gehabt, dass ich von dem Geld eines anderen Menschen leben würde. Nicht was ich je getan habe, lässt irgendeinen Zweifel daran aufkommen, dass meine Freunde allesamt die absoluten Losertypen waren und von meinem Geld lebten. Und deshalb ist es eine angenehme Überraschung, dass ich jetzt in einem schönen Haus wohnen und ein Kind haben kann. Das ist super und ich freue mich sehr darüber, aber Kurts Geld will ich nicht ausgeben. Ich meine, im einem Moment heißt es, ich hätte eine Million von Geffen bekommen und im nächsten Moment heißt es dann, ich wäre nur auf Kurts Geld aus. Ist eine Million nicht genug? Vielleicht sind die Leute eifersüchtig, ich weiß auch nicht.
Courtney, 1993

Ich habe ihn nur ein einziges Mal um ein Riff für einen meiner Songs gebeten und da saß er im Wandschrank. Wir hatten so einen riesigen Wandschrank und ich hörte wie er da drin saß und an Heart-Shaped Box arbeitete. Das war eine Sache von fünf Minuten. Tock, tock, tock. "Was?" "Brauchst du dieses Riff?" "Du kannst mich mal!"
Courtney, 1995

Ich bin getrieben. Aus irgendeinem Grund bin ich getrieben. Aber ich habe keine Ahnung, wohin es mich treibt.
Courtney, 1991